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10.08.07 | Nachtbusevent im August 2007 | Der Neue Nachtbus auf Jungfernfahrt
Freitag Abend am Siegener ZOB: zehn Busse stehen bereit, um einen attraktiven und flächendeckenden Nachtverkehr anzubieten. Vom Hübbelbummler ertönen Klänge der Dixie-Tigers, die eigens zum Start des Neuen Nachtbusses engagiert wurden, um die Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung sowie die Fahrgäste auf die erste Fahrt einzustimmen. Im feierlichen Rahmen freuten sich die „Partner des Nachtbusses“ über ihren gemeinsamen Erfolg, nun endlich ein umfassendes Nachtbusangebot geschaffen zu haben. Zu den „Partnern des Nachtbusses“ gehören neben den regionalen Sparkassen, der Westfälischen Provinzial Versicherung und der DekaBank als Sponsoren auch die Städte und Kommunen des Siegerlandes sowie die Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd (VWS) und der Verein Nachtexpress. Zwar ist der Nachtbus im Siegerland an sich nichts Neues mehr. Doch bisher verkehrte nur eine einzige Linie zwischen den Städten Siegen und Kreuztal und diese auch nur in der Nacht von Samstag auf Sonntag. „Das war nur ein Basisangebot“, so Prof. Hermann Zemlin, der Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd. Der Neue Nachtbus verbindet die Zentren Kreuztals, Freudenbergs, Hilchenbachs, Netphens und Wilnsdorfs in der Zeit von 0.00 Uhr bis 4.00 Uhr mit dem Siegener ZOB. Dabei werden alle Haltestellen bedient, die auch im Tagesverkehr angefahren werden. Sechs Linien verkehren künftig zwischen den genannten Städten und Gemeinden und das nicht nur in den Nächten von Samstag auf Sonntag, sondern auch in den Nächten von Freitag auf Samstag. Ermöglicht wurde dieses Angebot durch die Unterstützung der regionalen Sparkassen, der Westfälischen Provinzial Versicherung und der Deka sowie durch Zuschüsse der beteiligten Kommunen. Die VWS setzen große Hoffnungen in die Akzeptanz des neuen K onzeptes, betonte Prof. Dr. Ing. Zemlin, der Geschäftführer der Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd. Alle bisherigen Nachtbuskonzepte hätten zwar im Kern funktioniert, seien aber kein wirklich umfassendes und attraktives Angebot gewesen, wie man es zum Beispiel aus Bonn kenne. Hier habe man gute Erfahrungen machen können, die sich nun auf das Siegerland übertragen lassen. Mit der Übernahme der VWS durch die Stadtwerke Bonn vor einigen Jahren sei auch der Gedanke nach mehr Service und Modernität entstanden. Zu einem modernen Angebot gehöre auch ein umfassendes Nachtbuskonzept betonte Zemlin. Trotz des Erfolges der vom Verein Nachtexpress beauftragten Nachtbuslinie N 1 (Siegen – Kreuztal) erscheine das Angebot an Spätverkehren aus Sicht vieler Bürgerinnen und Bürger als offensichtlich nicht hinreichend. Die VWS sei wiederholt gebeten worden, die Vernetzung der Siegerländer Städte und Gemeinden mit dem Oberzentrum Siegen zu fördern. Insbesondere in den Abend- und Nachtstunden an Wochenenden sei, so wurde moniert, das öffentliche Verkehrsangebot unzureichend. Das war für die VWS Anlass, das bestehende Angebot deutlich auszubauen und nun ein Gesamtkonzept für das von ihr bediente Verkehrsgebiet zu entwickeln. Die VWS habe durch Ihr Engagement, ein erweitertes Nachtbuskonzept zu entwickeln, ihre Unterstützung im politischen Raum und vor allem durch die Suche nach Sponsoren und Unterstützern einen weiteren Beitrag für eine Verbesserung des ÖPNV in der Region geleistet. Zu den Hauptförderern des neuen, erweiterten Nachtbus-Konzeptes für das Siegerland gehören erstmals auch die Sparkasse Siegen, die Stadtsparkasse Freudenberg und die Stadtsparkasse Hilchenbach in Kooperation mit der DekaBank. Für die Sparkassen stellte Wilfried Groos, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Siegen, die Intentionen ihrer Beteiligung heraus: „Traditionell stehen Projekte, von denen in erster Linie junge Menschen profitieren, immer wieder ganz weit oben auf der Rang-Skala des gesellschaftlichen Engagements der Sparkassen. In die Bereiche Jugendschutz und Jugendförderung investiertes Geld ist Geld, das in die Zukunft investiert wird und das ist gut so. Mit unserem Engagement für den Nachtbus leisten wir einen weiteren Beitrag für die Attraktivierung der Region und zu mehr Mobilität für die hier lebenden Menschen.“ Dabei spiele die Regionalität für die Sparkassen eine wichtige Rolle. Groos: „Vom neuen Nachtbus-Konzept profitieren in erster Linie die jungen Menschen aus Freudenberg, Hilchenbach, Kreuztal, Netphen, Siegen und Wilnsdorf. Dies deckt sich mit den Geschäftsgebieten der beteiligten Sparkassen. Hier verdienen wir unser Geld und hier investieren wir es auch wieder – zum Nutzen der Menschen, die hier leben. Gut, dass es die Sparkassen gibt, hört man immer öfter. Durch eine auffällige werbliche Gestaltung von sechs neuen Bussen unterstreichen wir diese Aussage.“ Dabei sei der Gedanke einer privaten Unterstützung für den Nachtbus nicht neu, erläuterte Wilfried Groos weiter. Bereits seit 1998 unterstütze die Provinzial Versicherung den Nachtbus in der Region. „Die Westfälische Provinzial Versicherung hat dieses Erfolgsprojekt mit aufgebaut und damit die Basis für den heutigen Erfolg gelegt.“ Der Nachtbus sorge für deutlich mehr Sicherheit. Er biete, gerade mit dem erweiterten Konzept, auf allen Linien gute Verbindungen bis spät in die Nacht. „Die Provinzial ist davon überzeugt, dass durch dieses Engagement hier für mehr Sicherheit im Straßenverkehr gesorgt wird“, so Groos. Schadenverhütung und Prävention genössen bei der Provinzial traditionell einen hohen Stellenwert. Die Qualität eines Versicherers bestehe nicht allein darin, Versicherungen anzubieten und Schäden zu regulieren. Das Ziel der Provinzial sei es, über den Tellerrand ihres Produktangebotes hinauszuschauen. Deshalb unterstütze sie Maßnahmen zur Sicherheit und Vorsorge für die Menschen in Westfalen. Die Nachtbusse seien eine schlüssige Konsequenz im Engagement zur Vermeidung von Unfällen. Die Provinzial fördert mittlerweile in Westfalen über 60 Nachtbusse, erklärte Wilfried Groos das Engagement der Provinzial. „Im Rahmen unserer Möglichkeiten“, so Groos weiter, „engagieren wir uns gerne zugunsten gemeinnütziger Projekte, wie dem Nachtbus. Wir freuen uns, dass das schlüssige Konzept zum Betrieb der Nachtbusse sogar unseren ansonsten überregional agierenden Partner DekaBank überzeugt hat, sich finanziell zu beteiligen. Sparkassen, Provinzial Versicherung und DekaBank wünschen dem Verein Nachtexpress und der VWS viel Erfolg und eine große Resonanz auf das attraktive neue Nachtbus-Angebot.“ Auch die beteiligten Städte und Kommunen unterstützten bereits seit vielen Jahren den Nachtbus im Siegerland, der nun erstmals eine langfristige Perspektive bekomme, freute sich auch Siegens Bürgermeister Ulf Stötzel, der als Vertreter der Kommunen den Verkehrsbetrieben und dem Verein Nachtexpress dankte. Nach vielen politischen Debatten und verschiedenen Nachtbuskonzepten in der Region freue er sich nun über den Erfolg des Neuen Nachtbusses. „Wir leisten damit einen Beitrag für die heimische Jugend und tragen den vielfältigen Wünschen nach Freizeit- und Gastronomieangeboten Rechnung.“ Insbesondere Siegen mache als Oberzentrum vielfältige Angebote und habe den jungen Menschen viel in Sachen Freizeit, Kultur, Sport und Gastronomie zu bieten. Insofern sei der neue Nachtbus auch ein Teil regionaler Wirtschaftsförderung insbesondere für die heimische Gastwirtschaft und die vielen kulturellen Einrichtungen der Stadt. „Mit den neuen Nachtbuslinien wird Siegen und die gesamte Region weiter an Attraktivität und Zentralität gewinnen“, so Stötzel. Aus Sicht des bisherigen Trägervereins, Nachtexpress e.V., sei dies ein Tag der Freude, betonte dessen Vorsitzender André Arenz. Nach jahrelanger Arbeit und viel ehrenamtlichem Engagement für die verschiedenen Vorläufer des Nachtbusses sei dies eine tolle Entwicklung. „Unser erster Dank geht an die Sponsoren, ohne die dieser Erfolg nicht möglich geworden wäre“, betonte Arenz. „In Zeiten, in denen es immer schwieriger wird, private finanzielle Unterstützung für gemeinnützige Projekte zu bekommen und in denen Gewinn häufig vor Gemeinsinn steht, verdient das Engagement der regionalen Sparkassen, der Provinzial und der Deka besonderen Dank.“ Aber auch die Politik sei für den Nachtbus eine wichtige Stütze. Auch wenn die Zusammenarbeit in der Vergangenheit nicht immer leicht gewesen sei, insbesondere dann, wenn es um öffentliche Zuschüsse gegangen sei, so sei doch jederzeit erkennbar, dass der Nachtbus viele Freunde und Unterstützer habe. „Der Nachtbus ist im öffentlichen Interesse“, betonte Arenz. Deshalb sei neben der privaten Unterstützung und des ehrenamtlichen Engagements auch die politische Unterstützung in den Kommunen wichtig und notwendig. Besonderes Anliegen des Vereins, der überwiegend von jungen Leuten getragen werde, sei es aber, ein Angebot für alle Menschen in allen Altersstufen zu machen. „Der Nachtbus ist kein Discobus, sondern ein Beitrag zu nächtlicher Mobilität für alle“, so Arenz. Nur so könne das Projekt letztlich erfolgreich sein und eine breite Basis und Zustimmung in der gesamten Bevölkerung erreicht werden. Diese Ansicht wird auch von den Verkehrsbetrieben geteilt. Deren Engagement werde jetzt aber nicht enden, betonte Zemlin und unterstrich diese Aussage auch gleich, in dem er sich selbst ans Steuer des ersten Busses setzte. „Die erste Runde fahre ich selbst“, so Zemlin, der gleichzeitig die Anwesenden zum Einsteigen aufforderte. |
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